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Einleitung: Von Skoliose zum Flatbacksyndrom


Es soll darauf hingewiesen werden, dass sämtliche Inhalte der Homepage auf eigener Recherche und eigenen Erfahrungen beruhen. Nachfolgende Inhalte haben also keine Allgemeingültigkeit, sondern sind lediglich zur Aufklärung und für Anregungen für eventuell andere Betroffene gedacht!


An Skoliose erkrankt zu sein, bedeutet eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule zu haben , bei der sich der Oberkörper so verschiebt, dass die Erkrankten einen schiefen Hüftstand erlangen, somit optisch ein kurzes und ein langes Bein haben und sich einseitige Buckel bilden. Bei starker Krankheitsausprägung kommt es auch zur Beeinträchtigung innerlicher Organe, beispielsweise hat ein Lungenflügel nicht mehr den Platz den er normalerweise benötigt. Um optisch und auch funktionstechnisch den an Skoliose erkrankten Patienten gerecht zu werden, gibt es seit Jahrzehnten verschiedene Behandlungsmethoden. Dennoch sind einige auf chirurgische Behandlungen angewiesen, wenn der Krümmungsgrad zu stark ist (höher als 50 Grad), d.h. die herkömmlichen Behandlungen mit Korsett und Krankengymnastik reichen nicht mehr aus. Heutzutage gibt es sogenannte 3-D-Operationsmethoden, die die Mobilisation der Wirbelsäule auch nach der Korrektur beibehalten. Bis vor einigen Jahren wurden allerdings Wirbelsäulenversteifungen nach Harrington-Methode praktiziert. Erst heute ist ein negativer Verzögerungseffekt dieser Methode definitiv erkennbar.

Die Anschlußkrankheit ist durch verschiedenartige Beschwerden im Rückenmuskulatur- und Nervensystem gekennzeichnet, die auch die benachbarten Skelettteile betreffen, wie z.B. Schultern, Arme, Hände und Beine. Die Anschlußkrankheit beruht wohl auf die jahrelange steife Fehlhaltung der Wirbelsäule – sie wurde durch die Operation artentfremdet, d.h. teilweise wurde das natürliche Hohlkreuz im Lendenwirbelsäulenbereich (Lordose) und der natürliche leichte Rundrücken im Brustwirbelsäulenbereich (Kyphose) „weggenommen“, indem die Wirbelsäule gestreckt und versteift und somit flach gemacht wurde – daher die englische  Bezeichnung "Flatback". Das„Flatbacksyndrome“(Flachrücken-Syndrom) allerdings ist nicht der flache Rücken an sich, den jeder nach Harrington behandelte Patient hat, sondern vielmehr die bei Vereinzelten nach vielen Jahren nach der Harrington-Operation auftretende Anschlußkrankheit.

Harrington-Patienten wissen, was eine komplizierte Rückenoperation bedeutet und welche Risiken damit verbunden sind. Sie haben auch erfahren, wie es wirklich ist mit einem versteiften Rücken im täglich Leben klar zu kommen; sie mußten mit der Veränderung einer ursprünglich eher krummen und gebeugten Erscheinung in eine unwiederbringlich aufrechte Position klarkommen. Trotz dessen die Jugendlichen vor der Operation zwar darauf aufmerksam gemacht wurden, nach der Operation immer gerade zu sein, findet die eigentliche Lektüre erst im täglichen Leben nach der Operation statt. Tröstlich ist, dass vielen Patienten bewußt ist, dass sie vor der Operation teilweise schon wirklich enstellt aussahen und somit auch wissen, dass sie ohne eine Operation auch ein -  durch die Behinderung bedingt – schwieriges und wohl auch schmerzgeplagtes Leben zu meistern gehabt hätten.

Durch eine aufrechte und geraden Position im Leben werden Person automatisch von ihrer Umwelt eher als selbstbewußte geradlinige Menschen behandelt. Das Verhalten wird somit auch beeinflußt und es  ist wahrscheinlich, dass die Persönlichkeit haltungsbedingt auch eine andere werden kann, denn auch im Verhalten verlernen manche, wie es ist, sich anderen gegenüber zu beugen. Oder ist es so, dass diese ursprünglich krummen Menschen im inneren Wesen eher sogar doch die gebeugten sind aber sich nach außen hin einen geradlinigen, direkten Wesenszug angeeignet haben?

Nach Jahrzehnten kann es Flatbacksyndrompatienten passieren, dass sie bedingt durch ihre Schmerzen von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Fragen wie: „Warum bin ich operiert worden?“ und „Ist das richtig gewesen?“,  „War ich wirklich so krumm?“, "Kann der Mensch gerade biegen, was das Übermächtliche krumm gemacht hat?" drängen sich in den Vordergrund.
 Wenn langes Sitzen, Stehen, Liegen oder Gehen plötzlich anstrengend wird – Wenn Flatbacksyndrompatienten in noch jungen Jahren von ständigen Ischiasbeschwerden und Muskelverspannungen geplagt werden, ist es möglich, dass diese langsam genervt sind und mit der damaligen Entscheidung für eine Operation zu zweifeln beginnen.

Das bringt gar nichts! Die Entscheidung war nach damaliger herrschender Medizin richtig! Im Nachhinein kann jeder zwar schlauer sein, das bringt dem Flatbacksyndrompatienten nun bei der Anschlußkrankheit wirklich nicht weiter. Neue Aufgaben stehen nunmehr an: „Wie lerne ich mit diesen Beschwerden zu leben? Was hilft mir bei Schmerzen? Was macht mir Spaß? Was kann ich noch alles anstellen?"



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